Fabian Reidinger

(Mac-)Computer, Mastodon, Demokratie, Fotografie, Wandern und Laufen.

15 Jahre Politik des Gehörtwerdens

Gestern wurde Cem Özdemir zum neuen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt. Mit dem Tag endete die 15-jährige Amtszeit von Winfried Kretschmann und seiner dritten Regierung und damit auch die von Barbara Bosch als Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung.

Ich konnte die letzten 15 Jahre die Arbeit der Stabsstelle der Staatsrätin als Mitarbeiter begleiten, zuerst unter Gisela Erler. Am Ende leitete ich die Stabsstelle auch. Diese beiden starken Frauen im Amt der Staatsrätin haben Baden-Württemberg vorangebracht. Deutschlandweit und international gibt es nur wenige Länder und Regionen, die die Bürgerbeteiligung in ähnlicher Weise vorangetrieben und aufgestellt haben.

Dabei waren wir zuerst ein Experimentierlabor und haben viel gelernt. Wir haben dabei aber Strukturen geschaffen, die sich heute für Beteiligung, Teilhabe, Engagement und Eigeninitiative der Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Egal, ob auf Landesebene, in der Kommune oder dazwischen. Wir unterstützen nun Behörden des Bundes bis hin zu der kleinsten Kommune in Baden-Württemberg, um Konflikt und Probleme zu lösen. Dafür gibt es die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung. Für die Menschen im Land bietet die Allianz für Beteiligung Beratung und Fördermittel an. Unser Ansatz war immer, den Menschen etwas zu ermöglichen. Da reichen oft kleine, aber entscheidende Mittel und Beratung, um Neues zu schaffen oder Bewährtes neu aufzustellen und weiterzuführen.

Im Jahr 2012 wurde die Allianz auf Initiative der Staatsrätin von Stiftungen gegründet. 2013 starteten wir mit dem Beteiligungsportal Baden-Württemberg. 2014 veröffentlichten wir die Verwaltungsvorschrift Öffentlichkeitsbeteiligung und den Leitfaden für eine neue Planungskultur, die bei Projekten wie Hochwasserschutz, Straßenbau und Schnellradwegen vor allem durch die Regierungspräsidien angewandt werden. 2021 brachten wir das Gesetz über die Dialogische Bürgerbeteiligung in den Landtag ein. Nach dessen Zustimmung können nun alle Behörden im Land zufällig Menschen für Beteiligungsprozesse auswählen. Hamburg folgte uns vor ein paar Jahren mit einem eigenen Gesetz. 2023 schließlich gründeten wir die Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung.

Wenn Probleme auftauchten, waren die Staatsrätin und wir als Stabsstelle da. 2012 erstmals mit dem Filder-Dialog S21, um die Planungen für die Anbindung des Flughafens zu verbessern. Dessen Grundideen finden sich heute in den aktuellen Planungen wieder. 2015 halfen wir tausenden Menschen mit einem Handbuch und dem Flüchtlingsguide, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. Wir moderierten bei den Dieselprotesten in Stuttgart, setzen 2020/2021 ein Bürgerforum Corona ein und konnten mit den Bürgerforen zu G8/G9 und zum Landesnichtraucherschutz den Bürgerinnen und Bürgern Einfluss bis in die Gesetzgebung verschaffen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Vorhaben mit Bürgerforen oder anderen Dialogformaten fortentwickelt. Die Strategiedialoge zur Landwirtschaft und zur Automobillandschaft, die Schweiz- und die Frankreichstrategie um ein paar zu nennen.

Im Koalitionsvertrag steht, dass diese Politik fortgesetzt wird. Und das ist auch notwendig. Denn die Welt befindet sich geopolitisch wie klimatisch auf unguten Wegen. Veränderung wird kommen, ob wir sie wollen oder nicht. Gute Lösungen finden sich im Diskurs, vor Ort und zwischen den Ebenen. Über gute Lösungen muss auch gestritten werden dürfen. Dass dies mit den Bürgerinnen und Bürgern geschieht, und sie nicht bloße Zuschauerinnen und Zuschauer sind, dafür setzen wir uns in Baden-Württemberg auch zukünftig ein.

Bessere Kompatibilität zwischen LibreOffice und MS Office

Wer auf Word, Excel und PowerPoint verzichten will, kann mit LibreOffice auf eine sehr gute, freie und kostengünstige Alternative umstellen. Trotzdem kommt es vor, dass man mit anderen Personen Office-Dateien (docx, pptx, xlsx) austauscht muss. LibreOffice kann Word-Dateien zwar sehr gut öffnen und bearbeiten. Allerdings sollte man sich die Schriften von Microsoft installieren.

Unter Linux lassen sich die Schriften per Terminal installieren:

sudo apt install ttf-mscorefonts-installer

Mehr dazu von Explaining Computers.

Linux auf dem Mac: WLAN

Vor ein paar (11!) Jahren habe ich hier auf dem Blog schon einmal beschrieben, wie man die WLAN-Hardware der Apple Computer unter Linux zum Laufen bekommt. Nachdem die neuesten Distributionen auch auf proprietäre Treiber zugreifen können (wenn man das will), ist das heute kein Problem mehr. Schwierig ist das allerdings, wenn der Rechner keinen Zugang zum Internet hat. Glücklich ist, wer also den Rechner zu Beginn mit einem Netzwerkkabel ans Internet anschließen kann.

Alternativ lässt sich nach der Installation auch eine Internetverbindung per Bluetooth und einen Mobiltelefon herstellen (mehr), was auch mit einem iPhone funktioniert.

Danach lassen sich die Treiber mit folgendem Befehl im Terminal installieren (ohne #):

# sudo apt install broadcom-sta-common broadcom-sta-dkms

Sicher geht das auch über die Aktualisierungssoftware, allerdings wir das Betriebssystem sich sicher komplett up-to-date bringen, was über das Mobilfunknetz a) sicher länger dauern wird und b) am Datenvolumen frisst.

(Alternative: Ein USB-WLAN-Stick mit einem Realtek-Chip sorgt kurzfristig auch für einen WLAN-Zugang.)

Linux auf dem Mac: WLAN nach Upgrade futsch

WLAN auf MacBooks, Mac Minis und iMac unter Ubuntu, Debian oder Mint ist immer so eine Sache. Schon die erste Einrichtung kann einen zur Verzweiflung bringen. Blöd, wenn die Sache erst funktioniert und dann nach einem Upgrade des Kernels von 6.14 auf 6.17 dann nicht mehr funktioniert.

Alle, die betroffen sind, sei mit dieser Anleitung geholfen:

https://blog.abysm.org/2026/02/fixing-broadcom-sta-dkms-on-ubuntu-noble

Der Workaround (ohne die #):

# cd /tmp
# wget https://archive.ubuntu.com/ubuntu/pool/restricted/b/broadcom-sta/broadcom-sta-dkms_6.30.223.271-23ubuntu1.2_all.deb
# sudo apt install ./broadcom-sta-dkms_6.30.223.271-23ubuntu1.2_all.deb

Alt-Text für Bilder automatisch generieren lassen (für iOS, Apples AI)

Bildbeschreibungen sind für Menschen mit Sehbehinderung wichtig. Da das Fediverse barrierefrei sein will, hört man zum Beispiel als Neulinge auf Mastodon immer wieder mahnende Worte, doch bitte eine Bildbeschreibung (aka Alt-Text) hinzuzufügen.

Aber oft mangelt es an Zeit oder man tut sich einfach schwer, einen adäquaten Text zu schreiben. Für Leute, die MacOS oder iOS nutzen, gibt es eine Hilfestellung, die einem zumindest einen ersten Entwurf für einen Alt-Text erstellt: Mit der App „Kurzbefehle“ lässt sich Apples KI nutzen, um einen Alt-Text zu erstellen.

Kurzbefehl erstellen

Öffne dazu das Programm „Kurzbefehle“ und gehe wie folgt vor:
✅ Erstelle einen neuen Kurzbefehl mit dem Plus-Symbol. Benenne ihn wie du willst.
✅ Konfiguriere den ersten Schritt, wie im Screenshot ersichtlich. Der Kurzbefehl nutzt die Zwischenablage und ruft daraus ein Bild ab. Wichtig ist, dass der Kurzbefehl im Share-Sheet („Teilen“) angezeigt wird.

✅ Als nächsten Schritt füge den Befehl „Modell verwenden“ ein. Wähle hier „Private Cloud Compute“ aus und gebe einen Prompt ein (siehe unten). Leider scheint nur die Cloud einen Alt-Text zu generieren. Lokal auf dem Gerät geht das (noch?) nicht.
✅ Danach den Schritt „in Zwischenablage kopieren“ einfügen. Die Befehle findet man übrigens am besten, wenn man sie rechts oben mit einem Schlagwort sucht.

Im rechten Bereich vergibt man noch einen Kurzbefehl (z.B. control-option-command-V).

Wie komme ich nun zu meinem Alt-Text?

Einfach das Bild in iOS über das Teilen-Menü oder in macOS mit command+C kopieren, dann die Tastenkombination control-option-command-V oder über das Teilen-Symbol den Kurzbefehl ausführen. Dann wird der Alt-Text generiert, was ein paar Sekunden dauert, und in die Zwischenablage kopiert.

Der Prompt

Der Prompt sagt, dass die KI einen Alt-Text des Bildes erstellen soll. Der Text soll aus mindestens drei Sätzen bestehen. Man kann das auch noch besser ausführen. Ich habe zudem den Satz hinzugefügt, dass ich der Urheber des Bildes bin, was in der Regel auch stimmt. Ohne diese Satz kommt die Meldung zurück, dass die KI keine Beschreibung von urheberrechtlich geschütztem Material erstellen könne. Mit dem Satz lässt sich das umgehen.

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